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Monatsarchiv Feb 2008

Wie geht es Ihnen?

Manchmal rufen mich im Büro Leute an, von denen ich schon ein paar Monate nichts mehr gehört habe. So auch heute wieder. Natürlich ist der Anruf ein geschäftlicher. Wer würde auch private Dinge während der Arbeitszeit erledigen? :-)

Ich habe das Gefühl, dass einleitender Smalltalk stark im Zunehmen begriffen ist. Häufig wird dann ein Gespräch mit dem Satz “Wie geht es Ihnen?” begonnen. Eine Frage, die mich nervt. Einerseits weiß ich ja, dass die Antwort meinen Gegenüber gar nicht wirklich interessiert. Der Zweck seines Anrufes ist schließlich ein anderer. Andererseits würde ich Menschen, die ich nur geschäftlich kenne, auch keine wahre Antwort auf die Frage geben, wenn es mir einmal nicht so gut ginge. Sich auf diesen Smalltalk erst gar nicht einzulassen, würde der Gegenüber aber auch als unfreundlich empfinden. So werde ich wohl weiterhin genervt. Wahrscheinlich gibt es doch Leute, die sich über diese Frage freuen würden.

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Schwarzgeld in Liechtenstein: Die gespielte Empörung

Leider habe ich andere Sorgen als mich damit zu beschäftigen wie ich mein Geld möglichst “steuersparend” anlegen kann. So werde ich heute wohl auch keinen Besuch der Steuerfahndung bekommen. Relativ arm zu sein hat also auch seine Vorteile.

Der (ehemalige) Vorstandschef eines DAX-Unternehmens hat nun andere Probleme. Die Kamerateams waren schon da als dessen Villa leergeräumt wurde. Zufälle gibt es…

Bleibt zu hoffen, dass an den Vorwürfen etwas dran ist, sonst wäre ein Unschuldiger öffentlich hingerichtet und beruflich vernichtet worden. Die anderen – vermeintlich kleineren – Fische werden seit Donnerstag damit beschäftigt gewesen sein, belastendes Material wegzuschaffen. Wo jetzt noch nicht durchsucht wurde, braucht man eigentlich nicht mehr hin. So bleibt den Fahndern zwar das Material, das sie für teures Geld gekauft haben und bereits besitzen. Ob der mutmaßliche Steuerflüchtling aber bei fünf anderen Banken im Ausland ebenfalls dem Finanzamt unbekannte Konten unterhält, ließe sich nur bei einer überraschenden Durchsuchung klären. Wer Dreck am Stecken hat, weiß dies und dürfte seine privaten Unterlagen dem drohenden Zugriff der Fahnder inzwischen längst entzogen haben.

Mir stellt sich die Frage, ob jeder, der sich jetzt über die “Großen” empört, selbst steuerehrlich ist. Wer im Kleinen bei den Fahrten zur Arbeitsstelle großzügig drei oder vier Kilometer mehr angibt als tatsächlich gefahren, braucht sich nicht zu wundern, wenn der “Große” im Rahmen seiner Möglichkeiten ebenfalls betrügt. Das eigene Verhalten rechtfertigen die Betroffenen am Stammtisch damit, dass “es” andere ja auch tun. Dort gelten sie eher als “clever”, wenn sie ein wenig bescheißen. Hierin sehe ich das eigentliche Problem. Die Unehrlichkeit betrifft im Bereich der Steuern einen relativ breiten Teil der Gesellschaft. Da wundert es nicht, dass auch alle Schichten davon betroffen sind.

Gut, dass ich nicht so viel verdiene. Da kommt man erst gar nicht in Versuchung.

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Wenn der Hund zum Foulspieler wird

Hunde mag man oder man mag sie nicht. Ich kenne wenig Leute, die Hunden mehr oder weniger “nur” gleichgültig gegenüber stehen. In meinem Bekanntenkreis ist allerdings die Zahl derjenigen, die eine hundefreie Welt bevorzugen würden, etwas größer.

Wer eine Abneigung gegenüber Hunden hegt, dürfte damit in der Regel nicht schon auf die Welt gekommen sein. Irgendwann wurde der Nicht-Hundefreund aber auf sein Verhalten konditioniert. Ob daran die Hunde selbst den größten Anteil haben, möchte ich bezweifeln. Nicht selten dürfte das Problem am anderen Ende der Hundeleine das größere sein. Wer auf dem Gehweg schon mal in eine Tretmine gelaufen ist, wird deren Verursacher in diesem Moment verflucht haben. Der unmittelbare Verursacher ist hier zwar ohne Zweifel der Vierbeiner, der aber nur das getan hat, was ich auch gelegentlich mache (wenn auch nicht auf den Gehweg ;-) ). So ist es auch folgerichtig, dass das Hinweisschild, das ich gestern in den Londoner Docklands fotografiert habe, auf Augenhöhe des Hundebesitzers angebracht ist. Ich glaube allerdings nicht, dass es viel nützt. Den Hundebesitzer, dem das Thema egal ist, wird auch dieses Schild kaum beeindrucken. Derartige Hundehalter kenne ich zum Glück aber keine.

Foulspiel ist dem Hund hier nicht erlaubt

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Draußen blüht es schon

Wohl auch wieder eine Folge der Klimaerwärmung: Ich habe das Prachtwetter am Sonntag ausgenutzt und war ein bisschen draußen. Überrascht stellte ich fest, dass die ersten Blüten bereits aufgegangen sind.

Erste Blüten

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Der Spickzettel unter der Strumpfhose

Vor ein paar Tagen habe ich in diesem Blog noch über eine ehemalige Mitschülerin nachgedacht. Sie kam häufig mit kurzen Röcken und hatte auch im Winter nur dünne Strumpfhosen an. Ich dachte sie wollte nur den Lehrer anmachen. Sein Nachname begann mit B. wie Bock. Mit Vornamen hieß er Gerhard. Also nennen wir ihn einfach G. Bock.

Heute lese ich in einem Schülerforum, dass das alles nur ein übler Trick gewesen sein musste. Dort wird den Mädels empfohlen, zu Klausuren in kurzen Röcken und Strumpfhosen zu erscheinen. Der Spickzettel könne rutschsicher unter der Strumpfhose platziert werden. Wenn die Leere im Kopf dann zu groß wird, schiebt man einfach den Rock ein wenig hoch und kann spicken.

Jetzt weiß ich endlich, warum die Mädchen in der Schule besser sind. Welcher Verdacht schöpfende Lehrer wird sich schon trauen dem Girl an die Wäsche zu gehen? :-)

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Forschung in Stuttgart: Relativitätstheorie im Taxi bewiesen?

An jedem Arbeitstag fahre ich am Morgen in Stuttgart die Neue Weinsteige runter in die Stadt. Für alle, die sich nicht auskennen: Die Neue Weinsteige ist eine der Haupteinfallstraßen aus Richtung Süden. Da sich Stuttgart in einer Kessellage befindet, geht es auf dem Weg in die City teilweise stark bergab.

Da auch der Stuttgarter Flughafen südlich der Stadt liegt, nutzen häufig Taxen, die von und zum Airport fahren, die Neue Weinsteige. Was mir dabei immer wieder auffällt: Während das leere Taxi manchmal – selbstverständlich nur fast ;-) – zu schnell den Berg rauf oder runter fährt, schafft es das mit Fahrgast besetzte Taxi zum Teil nur mit 45 km/h und wird so zum Verkehrshindernis.

Vielleicht wird in der Branche mittlerweile so schlecht verdient, dass man sich nur noch schwach motorisierte Fahrzeuge leisten kann, die mit höherer Nutzlast zwangsläufig langsamer werden. Das wäre eine Möglichkeit. Sie würde aber nicht erklären, warum das besetzte Taxi auch bergab langsamer ist.

Ich gehe deshalb davon aus, dass hier ein physikalisches Problem vorliegen muss. Zu blöd, dass ich naturwissenschaftlich etwas unterbelichtet bin und nur allzu froh war, Physik nach der 11. Klasse abwählen zu können. Kann es sein, dass mit höherem Gewicht des Taxis die Reibung des Gummis auf dem Asphalt stärker und so das Taxi abgebremst wird? Wenn es diesen Effekt überhaupt gibt, dürfte er aber sehr gering sein, wenn man Gewicht des Fahrzeugs und des Passagiers in Relation zueinander setzt.

Vielleicht lässt sich das Problem auch mit der Relativitätstheorie lösen. E=mc und das gleich im Quadrat hört sich irgendwie cool an. Seit Einstein wissen wir, dass alles relativ ist und auf den Standpunkt des Betrachters ankommt. Manchmal ist das Taxi in Bewegung. Solange es sich bewegt, sollte darauf also auch die Relativitätstheorie Anwendung finden können. Vielleicht war mein bisheriger wissenschaftlicher Ansatz, das Taxi in das Zentrum der Betrachtung zu stellen, aber falsch. Betrachte ich die Sache doch lieber mal aus der Sicht eines anderen Objekts. Zum Beispiel vom Standpunkt der Geldbörse des Fahrgasts. Untersuche ich diese näher, stelle ich ein physikalisch nicht erklärbares Phänomen fest: Die an der Geldbörse gemessenen Fliehkräfte verhalten sich antiproportional zur Geschwindigkeit des Taxis. Sie erreichen ein Maximum, wenn die Geschwindigkeit v=0 ist, weil das Taxi so langsam war, dass es vor der Ampel in die rote Welle kam.

Wissenschaftlich ein Phänomen. Gibt es eine Rückkopplung zwischen den Fliehkräften an der Geldbörse und dem Taxi, das heißt beeinflussen die Fliehkräfte an der Geldbörse die Geschwindigkeit des Taxis oder ist das nur umgekehrt der Fall? Allmählich habe ich schon wieder Zweifel, ob die Relativitätstheorie überhaupt anwendbar ist. Schließlich bewegen sich Taxi und Geldbörse doch mit der gleichen Geschwindigkeit in die gleiche Richtung. Tun sie das nicht, weil dem Taxifahrer eröffnet wird, dass der Fahrgast gar kein Geld dabei hat, verkürzt dies die Fahrt dramatisch. Also müsste im Umkehrschluss das Vorhandensein von viel Geld (oder die entsprechende Annahme) die Fahrt verlängern. Ein äußerst interessanter wissenschaftlicher Ansatz. Ich glaube ich schreibe eine Doktorarbeit darüber. Bei Fragen hilft mir bestimmt die Taxizentrale.

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Jetzt bin ich auch Insider

Vor ein paar Wochen hat ein paar Straßen von meinem Büro entfernt die Filiale einer Großbank eröffnet. Heute, am Rosenmontag, laufe ich daran vorbei und was sehe ich? Am Beratungstisch sitzt ein Scheich. Wow! Die Filiale ist erst wenige Wochen alt und akquiriert bereits jetzt solche Kunden! Also habe ich gleich 500.000 Aktien dieser Bank gekauft. Mehr gab mein Dispo auf dem Girokonto leider nicht mehr her. Wenn später im Fernsehen der Mega-Deal mit den Scheichs bekannt gegeben wird, bin ich schon investiert und streiche die dicken Aktiengewinne ein.

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Lehrer fördern Lehrerbenotung oder wie objektiv sind eigentlich Lehrer?

Seit einiger Zeit gibt es eine Website auf der Schüler ihre Lehrer benoten können. Klar, dass das einigen Lehrern nicht gefällt. Besonders schlecht finden das vermutlich die Lehrer, die bei der Benotung nicht gut weg kommen. Das haben sie wohl mit ihren Schülern gemeinsam.

Bereits innerhalb weniger Monate sollen nicht weniger als 250.000 Lehrer auf der Seite benotet worden sein. Ganz schön viel. Kräftigen Auftrieb dürften der Seite die Klagen einiger Lehrer gegeben haben, die eigentlich ihre Benotung verhindern wollten. Ein Spiel mit hohem Risiko. Ist die Klage erfolgreich, wäre die Benotung in der Tat weg. Scheitert die Klage, bekommt die Seite soviel kostenlose PR wie sie in Jahren nicht hätte bezahlen können und der Schuss geht nach hinten los. Bislang ging er nach hinten los – jedenfalls aus Sicht einiger Lehrer.

Dass vielen Lehrern die Benotung nicht gefällt, ist nachvollziehbar. Benotungen sind auch subjektiv – egal auf welcher Seite des Klassenzimmers man sitzt bzw. steht. Mir fällt da zum Beispiel mein Lehrer aus dem Deutsch-LK ein. Während viele Schüler (darunter auch ich) den Deutsch-LK nur aus reiner Verlegenheit wählten, gab es auch eine Schülerin, die vollen Einsatz zeigte. „Zeigen“ trifft die Sache recht genau. Es war wirklich ein Wunder, dass es in der Stadt überhaupt noch Miniröcke zu kaufen gab. Eigentlich wähnten wir dieselben alle im Kleiderschrank dieser Schülerin. Damals – als die Klimakatastrophe noch nicht so weit vorangeschritten war wie heute – waren die Winter auch noch richtig kalt. Umso beeindruckender war es wie die Ärmste sich in ihren dünnen Strumpfhosen Tag für Tag in die Schule quälte. Und während wir alleine schon deswegen gerade auf den Stühlen saßen, um den Kopf auf einem Arm abstützen zu können, saß die Schülerin um 90 Grad gedreht. Es wäre ja auch zu schade gewesen, wenn der Tisch ihre zugegebenermaßen wohlgeformten Beine verdeckt hätte. Letztlich profitierten auch wir davon. Die Blicke unseres Deutsch-Lehrers gingen in die andere Richtung und wir hatten unsere Ruhe. Hin und wieder habe ich auch hingeschaut, ich geb´s ja zu.

Gelegentlich schreibt man dann auch Klausuren. Echt nervig, muss man dann doch die Bücher kurz davor auch noch lesen, die wochenlang im Unterricht besprochen wurden. Zum Glück war der Lehrer ein wenig faul und stellte gerne Klausuren, die in den Vorjahren in den Abiprüfungen dran waren. Dank Musterlösungen hierzu konnte ich einmal so auch einigermaßen erfolgreich eine Klausur über ein Buch schreiben, das ich nach 15 Seiten aufgegeben hatte zu lesen. „Mutmaßungen über Jakob“ von Uwe Johnson ist nicht gerade leicht verdauliche Kost, wenn im Fernsehen Fußball läuft. Bei einem anderen Buch war ebenfalls jeder im Kurs mit der Musterlösung präpariert. Während ich es in der Klausur darüber auf 7 Punkte brachte, schaffte die kurzberockte Kollegin immerhin deren 14. Die Verpackung war hier wohl in jeder Hinsicht besser. Selbstredend hatte die junge Dame auch eine sehr gute mündliche Note.

Ich glaube noch nicht einmal, dass sie bewusst bevorzugt wurde. Nein, der Lehrer empfand es wirklich so, dass sie die Beste war. Sie war es ja auch. ;-)

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