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Monatsarchiv Mrz 2008

Mehr als einmal sterben

Bei uns im Ort gibt es ein Zementwerk, das aus Kostengründen von Gas-Befeuerung auf Kohlestaub umsteigen will. Das ist zwar legal, solange die Grenzwerte eingehalten werden, aber natürlich im Hinblick auf den Klimaschutz nicht gerade optimal. Außerdem wird es wohl zusätzlichen Dreck durch Emissionen geben. Natürlich hat sich auch schnell eine Bürgerinitiative gegründet, die von zusätzlichen Toten spricht.

“Zusätzliche Tote” ist gut. Kann man mehr als einmal sterben?

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Gegen die Schleicher: Bitte mehr Geschwindigkeitsüberwachung in Tübingen

Wenn in den Medien vom Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern berichtet wird, dann werden meistens Männer gezeigt, die auf der Autobahn “flott” unterwegs sind und sich gerne mal die Spur mit der (Licht)Hupe frei machen. Nicht schön, auch wenn ich sagen muss, dass ich mitunter auch Verkehrsteilnehmer erlebe, die einfach grundlos die Überholspur blockieren und dies wohl noch nicht einmal bemerken.

Das Gegenteil von Raserei darf ich aber fast jeden Morgen in Tübingen erleben. Auf dem Weg zur Arbeit nach Stuttgart nehme ich meine Frau mit, die in Tübingen arbeitet. Dort kommen wir mit dem Auto immer von der B28 und biegen Richtung Bahnhof in die Friedrichstraße ab. Danach fahren wir die Mühlstraße weiter bis zur Wilhelmstraße. Dies machen wir morgens meist gegen 6 Uhr. Zu einer Zeit also, zu der die meisten der in Tübingen zahlreich vorhandenen Studenten noch tief und fast schlafen (was ich ihnen von ganzem Herzen gönne, sie müssen später noch früh genug aufstehen). Entsprechend leer sind die Straßen. Biegt man also von der B28 in die Friedrichstraße ab und hält die zulässige Geschwindigkeit ein, schafft man es gerade noch durch die Mühlstraße bis zur Wilhelmstraße, bevor die Ampel, die Mühl- und Wilhelmstraße trennt, rot wird. Wie gesagt, man schafft es ohne Geschwindigkeitsübertretung.

Genauer gesagt: Man würde es an manchen Tagen schaffen, wenn man die Rechnung ohne den Wirt machen könnte. Der “Wirt” sind in diesem Fall andere Verkehrsteilnehmer. Auch wenn mir der Sehtest jedes Mal bescheinigt, dass ich nach wie vor sehr gut ohne Brille sehe, habe ich das “Tempo 30″-Schild, das hier irgendwo stehen muss, noch nicht erblickt. Die meisten anderen Autofahrer scheinen mir da etwas voraus zu haben. Sie halten sich nämlich fast peinlich genau an die Tempo-30-Zone, die es hier gar nicht gibt. Schön wenn man hinter so einem Auto fahren darf. 20-30 Meter bevor man die grüne Ampel passieren könnte, springt sie dann auf gelb und rot. Noch mehr Hassgefühle steigen in mir auf, wenn es der Schleicher vor mir gerade noch bei gelb geschafft hat und ich dann wegen ihm/ihr ausgebremst wurde.

Bitte, lieber grüner Oberbürgermeister, schulen Sie Ihre parkplatzbewachenden Politessen um und setzen Sie sie auf die Schleicher an! ;-)

Die Einzelhändler wären Ihnen vielleicht sogar dankbar, wenn man nach Herzenslust straffrei parken und nach Tübingen fahren könnte, ohne sich aufregen zu müssen. Vielleicht würde ich dann sogar auch wieder zum Einkaufen nach Tübingen kommen. So macht das aber mit den ganzen Einbahnstraßen keinen Spaß.

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SPD-Chef wollte ich nicht sein

Nicht dass ich meinen würde, man bräuchte die Linkspartei. Ich halte sie vielmehr für ein Produkt mangelnder Opposition in Zeiten einer großen Koalition. Während bei der ersten großen Koalition die Rechten Auftrieb erfuhren, ist es dieses Mal die Linkspartei. Das Wählerpotenzial dieser Parteien überschneidet sich, auch wenn die Linkspartei und Rechtsradikale programmatisch sicher sehr weit auseinander liegen. Beide Gruppierungen dürften ihre Wähler hauptsächlich aus Kreisen rekrutieren, die die Angst vor dem sozialen Abstieg oder mangelnde Aussicht auf einen Aufstieg plagt.

Der SPD-Vorsitzende wird nun schwer angegriffen, weil er auch im Westen eine (passive) Zusammenarbeit mit der Linkspartei ins Spiel bringt. Dass dies zur Empörung führt, wundert nicht. Wenn nun aber die CDU heftig mit den Grünen flirtet und sich so neue Optionen eröffnet, bleibt der SPD kaum etwas anderes übrig, ihrerseits ebenfalls nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Tut sie das nicht, bleibt sie wohl auf lange Zeit der Juniorpartner der Union in großen Koalitionen oder verschwindet gleich ganz in der Opposition.

Riskant ist das Spiel jedoch allemal. Für Wähler aus der Mitte, zu denen ich mich auch rechnen würde, wird die SPD damit kaum noch wählbar. Ich wollte jedenfalls nicht von der Linkspartei (mit)regiert werden. Die Folge einer Zusammenarbeit wäre m.E. zwangsläufig, dass die SPD in der Mitte verliert. Wo will sie aber hinzu gewinnen? Weiter links ist schon eine andere Partei und die Grünen positionieren sich dort auch irgendwo. Gut, dass ich nicht Vorsitzender der SPD bin und mir darüber ständig Gedanken machen muss.

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