24.08.2008 Gerechtigkeit
Gerade lese ich in der Zeitung, dass der Chef vom Mieterbund für den kommenden Winter Hilfen für die Heiz- und Stromkosten fordert. Das Interview kann man unter diesem Link nachlesen.
Bemerkenswert finde ich seine Aussage, dass die Zimmertemperatur in Wohnräumen auf keinen Fall unter 21 Grad liegen dürfe. Manche Leute würden sich erst bei 22 oder 23 Grad wohl fühlen.
Natürlich muss das möglich sein. Die Frage ist nur wer’s bezahlen soll. Nun will ich keine Hetze gegen Menschen betreiben, die sich in einer finanziellen Notlage befinden. Dies alleine schon deswegen nicht, weil viele davon für ihre Lage nichts können und selbst darunter am meisten leiden. Auch ich kenne einige solche “Fälle”, wobei hinter den “Fällen” immer Menschen stehen. Das sollte man nicht vergessen.
21 Grad oder noch mehr finde ich aber zuviel des Guten. Ich bin Vater von drei Kindern und außer dem Kindergeld erhalten wir keine staatlichen Leistungen. Mit anderen Worten: Meine Frau und ich müssen das Geld für unsere Familie verdienen und zahlen darüber hinaus auch noch Steuern. Auf die Idee, die Zimmer im Winter auf 21 Grad oder gar noch höher zu heizen, sind wir bereits in den vergangenen Wintern nicht gekommen. Bei den jetzigen Energiepreisen werden wir das im kommenden Winter erst recht nicht tun können oder wollen.
Warum es von unseren Steuergeldern dann anderen ermöglicht werden soll, will sich mir nicht erschließen. 19 oder 20 Grad reichen meiner Meinung nach, zumal jedes Grad mehr die Heizkosten enorm nach oben treibt.
04.08.2008 Urlaub
Angesichts der Klimadiskussion und rasant steigender Ölpreise stelle ich mir sehr die Frage, wie lange der Boom bei den Fluggesellschaften wohl noch weiter gehen mag. Eine Tonne Kerosin kostet mittlerweile rund 1200 Dollar. Wenn ich rechne, dass auf einem Flug von Deutschland nach Mallorca etwa sieben Tonnen Kerosin verbraucht werden, komme ich auf reine Spritkosten für die einfache Strecke von 8400 Dollar. Lege ich einen Kurs von 1,60 zu Grunde, wären das etwa 5250 Euro pro Flug. Jetzt gehe ich mal davon aus, dass die Auslastung des Flugzeugs bei 80 Prozent liegt. Bei einem bekannten irischen Billigflieger passen in eine Boeing 737-800 genau 189 Passagiere. Bei anderen Airlines mag die Bestuhlung vielleicht etwas komfortabler sein, was zur Folge hätte, dass ein paar Passagiere weniger ins Flugzeug passen. Setze ich aber mal die 189 Passagiere an, würden bei einer Auslastung von 80 Prozent 151 Leute im Flugzeug sitzen. Um diese 151 Leute nach Mallorca zu bringen, brauche ich Kerosin für 5250 Euro. Da komme ich dann pro Person auf Kosten von rund 35 Euro. Tatsächlich mögen es vielleicht ein paar Euro mehr oder weniger sein, aber die Größenordnung dürfte einigermaßen stimmen. Aus Sicht der Airlines muss es ein wahrer Segen sein, dass auf dem Kerosin keine Steuer ist. Würden die Airlines wie Autofahrer (etwa zwei Drittel des Benzinpreises sind nach wie vor Steuer) zur Kasse gebeten, lägen die reinen Spritkosten für die einfache Strecke für einen Trip nach Mallorca schon bei 100 Euro. Rechnen wir aber trotzdem mit den 35 Euro weiter, die in etwa den tatsächlichen Kosten für die Fluggesellschaft entsprechen dürften. Nun habe ich aber noch keine Flughafengebühren gezahlt. Auch die Piloten und die Kabinenbesatzungen arbeiten nicht für lau. Ganz zu schweigen von den Anschaffungskosten für das Flugzeug. Der Betrieb einer Fluggesellschaft kostet obendrein auch noch Geld, weil Leute im Call Center, in der Verwaltung usw. arbeiten müssen. Wenn am Ende die Gesamtkosten für die Mallorcaflüge bei 80 oder 90 Euro pro Ticket liegen, dann stelle ich mir schon die Frage wie es überhaupt sein kann, dass Tickets zu einem Bruchteil davon angeboten werden können. Natürlich handelt es sich hierbei um eine Mischkalkulation, die davon lebt, dass Fluggäste, die sehr viel mehr bezahlen, am Ende die günstigen Tickets der Billigflieger mitfinanzieren. Momentan scheint das Konzept jedenfalls noch aufzugehen, da die Billigairlines jedenfalls nicht reihenweise pleite gehen. Sollten die Rohstoffpreise aber weiterhin nur eine Richtung kennen, dürfte irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Die Fluggesellschaften dürften überdies Schwierigkeiten bekommen, ihre gestiegenen Kosten an die Kundschaft weiterzugeben, da diesen im Hinblick auf die stark steigenden Lebenshaltungskosten und damit einher gehender Reallohnverluste das Geld nicht mehr so locker sitzen dürfte. Man darf also gespannt sein wie es weiter geht.