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Monatsarchiv Sep 2008

Keine Kohlensäure in Mehrweg-Flaschen

Seit Jahren liest man in der Zeitung, dass der Anteil an Einwegflaschen bei den Getränken immer stärker zunimmt. Für mich ist diese Entwicklung logisch. Wenn jede Flasche eine Pfandflasche ist, habe ich als Verbraucher zunehmend Schwierigkeiten zu erkennen, welche Flaschen überhaupt Einweg und welche Mehrweg sind. Auch suggeriert die Pfandpflicht, dass auch Einwegflaschen wieder neu befüllt werden. Also bringen Hersteller und Handel die bei ihnen beliebteren Einwegflaschen einfacher an den Mann, der kein schlechtes Gewissen mehr mit ihnen hat.

Neulich wollte ich mich mal wieder weniger umweltschädlich verhalten und habe einen Kasten Cola in Mehrwegflaschen gekauft. Gerade eben habe ich die zweite Flasche aus diesem Kasten geöffnet, die keine Kohlensäure enthält. Cola ohne Kohlensäure, igitt… Früher, als ich noch häufiger zu Mehrwegflaschen gegriffen habe, war ich mit diesem Phänomen häufiger konfrontiert. Durch die mehrmalige Verwendung der Plastikflaschen schließen diese offenbar nicht mehr 100%ig dicht, so dass das Getränk nach einiger Zeit kohlensäurefrei ist. Bei Einwegflaschen habe ich so etwas noch nie erlebt. Nun könnte ich in den Laden gehen, mich beschweren und eine andere Flasche holen. Dafür ist mir jetzt aber meine Zeit zu schade (die Zeit habe ich schließlich schon für diesen Beitrag verwendet). Die Konsequenz ist, dass ich künftig auch bei der Cola zur Einwegflasche greifen werde.

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Ist John McCain in der Whitelist?

Vor einigen Wochen habe ich hier berichtet, dass ich den Newsletter von Barack Obama abonniert habe und dessen Mails von meinem Freemail-Anbieter immer als Spam markiert und in den entsprechenden Ordner verschoben werden. Jetzt beziehe ich auch den Newsletter des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain. Und siehe da: Dessen Mails erreichen mich immer, weil sie nicht als Spam qualifiziert werden. Hat John McCain nun die professionelleren Leute, die es besser verstehen, ihre Werbemails unters Volk zu bringen? Oder hat da gar jemand manuelle Einstellungen vorgenommen? Ist John McCain in der Whitelist? Oder Obama in der Blacklist, weil sein Vater Farbiger ist? Kann ja wohl irgendwie nicht sein, oder?

P.S.: Der Newsletter von McCain gefällt mir viel besser. Der will wenigstens nicht dauernd Kohle (hat selbst eh genug). Vielleicht landen seine Mails deswegen auch nicht im Spamordner.

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Wer findet was gerecht?

Vor einigen Wochen las ich auf “Spiegel Online” einen Artikel über mögliche Koalitionen nach der kommenden Bundestagswahl. Als durchaus wahrscheinliche Konstellation wurde schwarz-gelb genannt. Gleich im nächsten Satz wurde ausgeführt, dass diese Koalition eigentlich keiner wolle. Zunächst einmal eine gewagte These. Wenn eine Mehrheit der Wähler ihr Kreuzchen bei einer dieser beiden Parteien macht (mit der CSU sind es ja eigentlich drei), kann man schwerlich behaupten, dass zumindest deren Wähler nicht von den von ihnen gewählten Parteien regiert werden wollen. Begründet wurde dies damit, dass Union und FDP eher “gestrige” Themen vertreten würden und nicht das derzeit beherrschende Thema “Gerechtigkeit”. In der Tat werden Union und FDP in Umfragen eher Kompetenz im Bereich “Wirtschaftspolitik” nachgesagt. Das Thema “Gerechtigkeit” oder erweitert “soziale Gerechtigkeit” wird eher als Stärke der SPD oder vielleicht auch noch der Linken betrachtet.

Nun soll man keiner Umfrage trauen, die man nicht selbst gefälscht hat. Die Möglichkeiten der Manipulation sind je nach Fragestellung relativ groß. Tatsächlich bezeichnen viele das Thema “Gerechtigkeit” derzeit als ein wichtiges. Wundern tut es nicht. Viele stellen fest, dass sie immer weniger zum Leben haben. Die hohen Energiepreise belasten zusätzlich. Klar, dass viele das nicht als gerecht empfinden. Doch was ist eigentlich “Gerechtigkeit”? Wer in Umfragen das Schlagwort “Gerechtigkeit” als Thema genannt bekommt, wird dazu neigen, dieses auch auszuwählen. Außer vielleicht diejenigen, denen es wirtschaftlich so gut geht, dass sie mehr Gerechtigkeit zwangsläufig als Angriff auf ihren Geldbeutel ansehen müssen. Ich werde dennoch den Verdacht nicht los, dass Umfragen, die dieses Thema als das Beherrschende herausstellen, es in seiner vollen Tragweite gar nicht erfassen können. Vielmehr besteht auch dieses Thema aus sich teilweise widerstrebenden Partikularinteressen.

Wer findet eigentlich was gerecht?

Diejenigen, die keine Arbeit haben und in den vergangenen Jahren erhebliche Einbußen bei den staatlichen Leistungen hinnehmen mussten, fühlen sich ungerecht behandelt. Natürlich hat die empfundene Ungerechtigkeit nicht nur monetäre Ursachen. Geld ist aber in einer hochentwickelten Gesellschaft eine der wichtigsten Ressourcen, die man braucht, um zu überleben.

Die sogenannte “Mittelschicht”, die derzeit gerne durch die Medien geistert, empfindet es als ungerecht, dass sie unter einer hohen Abgabenlast und steigenden (Energie-) Preisen leidet und sich – obwohl sie arbeitet – immer weniger leisten kann.

Dann gibt es die Rentner. Sie werden mehr und leben länger. Vor allem Letzteres ist natürlich gut. Wenn sie überhaupt eine Rentenerhöhung erhalten, liegt diese weit unterhalb der Preissteigerung. Dies führt im Laufe der Zeit zu einer deutlichen Rentenkürzung, die als ungerecht empfunden wird. Auch wenn es (derzeit noch) keine verbreitete Altersarmut gibt, kann sich die Mehrzahl der Rentner eine monatelange Überwinterung an der Playa de Palma auf Mallorca sicher nicht leisten.

Nicht vergessen werden sollten die sogenannten “Leistungsträger”. Diese arbeiten nach eigener Einschätzung viel und hart und haben deshalb ein gutes Gehalt verdient (was ab einer gewissen Höhe sicher fragwürdig ist). Sie empfinden es als ungerecht, dass sie hohe Abgaben zu leisten haben, um damit Personen zu unterstützen, die weniger hart oder vielleicht auch gar nicht arbeiten (können oder im Einzelfall mitunter auch nicht wollen).

Diese Gruppen (man könnte sicher noch mehr aufführen) fühlen sich alle ungerecht behandelt. Doch wer wird es nun wirklich? Verteilt man innerhalb der zuvor genannten Gruppen um, steigert dies die empfundene Ungerechtigkeit bei der dann (noch) stärker belasteten Gruppe umso mehr. Will man alle genannten Personengruppen entlasten oder zumindest nicht stärker belasten, muss man sich das Geld woanders holen. Nach Lage der Dinge bleiben nur die Unternehmen übrig. Treiben diese in der globalisierten Welt aber nicht längst was sie wollen? Kann das Ergebnis jedoch sein, dass alles so bleibt wie es ist?

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