Willkommen in BananenbergPosts RSS Comments RSS

Forschung in Stuttgart: Relativitätstheorie im Taxi bewiesen?

An jedem Arbeitstag fahre ich am Morgen in Stuttgart die Neue Weinsteige runter in die Stadt. Für alle, die sich nicht auskennen: Die Neue Weinsteige ist eine der Haupteinfallstraßen aus Richtung Süden. Da sich Stuttgart in einer Kessellage befindet, geht es auf dem Weg in die City teilweise stark bergab.

Da auch der Stuttgarter Flughafen südlich der Stadt liegt, nutzen häufig Taxen, die von und zum Airport fahren, die Neue Weinsteige. Was mir dabei immer wieder auffällt: Während das leere Taxi manchmal – selbstverständlich nur fast ;-) – zu schnell den Berg rauf oder runter fährt, schafft es das mit Fahrgast besetzte Taxi zum Teil nur mit 45 km/h und wird so zum Verkehrshindernis.

Vielleicht wird in der Branche mittlerweile so schlecht verdient, dass man sich nur noch schwach motorisierte Fahrzeuge leisten kann, die mit höherer Nutzlast zwangsläufig langsamer werden. Das wäre eine Möglichkeit. Sie würde aber nicht erklären, warum das besetzte Taxi auch bergab langsamer ist.

Ich gehe deshalb davon aus, dass hier ein physikalisches Problem vorliegen muss. Zu blöd, dass ich naturwissenschaftlich etwas unterbelichtet bin und nur allzu froh war, Physik nach der 11. Klasse abwählen zu können. Kann es sein, dass mit höherem Gewicht des Taxis die Reibung des Gummis auf dem Asphalt stärker und so das Taxi abgebremst wird? Wenn es diesen Effekt überhaupt gibt, dürfte er aber sehr gering sein, wenn man Gewicht des Fahrzeugs und des Passagiers in Relation zueinander setzt.

Vielleicht lässt sich das Problem auch mit der Relativitätstheorie lösen. E=mc und das gleich im Quadrat hört sich irgendwie cool an. Seit Einstein wissen wir, dass alles relativ ist und auf den Standpunkt des Betrachters ankommt. Manchmal ist das Taxi in Bewegung. Solange es sich bewegt, sollte darauf also auch die Relativitätstheorie Anwendung finden können. Vielleicht war mein bisheriger wissenschaftlicher Ansatz, das Taxi in das Zentrum der Betrachtung zu stellen, aber falsch. Betrachte ich die Sache doch lieber mal aus der Sicht eines anderen Objekts. Zum Beispiel vom Standpunkt der Geldbörse des Fahrgasts. Untersuche ich diese näher, stelle ich ein physikalisch nicht erklärbares Phänomen fest: Die an der Geldbörse gemessenen Fliehkräfte verhalten sich antiproportional zur Geschwindigkeit des Taxis. Sie erreichen ein Maximum, wenn die Geschwindigkeit v=0 ist, weil das Taxi so langsam war, dass es vor der Ampel in die rote Welle kam.

Wissenschaftlich ein Phänomen. Gibt es eine Rückkopplung zwischen den Fliehkräften an der Geldbörse und dem Taxi, das heißt beeinflussen die Fliehkräfte an der Geldbörse die Geschwindigkeit des Taxis oder ist das nur umgekehrt der Fall? Allmählich habe ich schon wieder Zweifel, ob die Relativitätstheorie überhaupt anwendbar ist. Schließlich bewegen sich Taxi und Geldbörse doch mit der gleichen Geschwindigkeit in die gleiche Richtung. Tun sie das nicht, weil dem Taxifahrer eröffnet wird, dass der Fahrgast gar kein Geld dabei hat, verkürzt dies die Fahrt dramatisch. Also müsste im Umkehrschluss das Vorhandensein von viel Geld (oder die entsprechende Annahme) die Fahrt verlängern. Ein äußerst interessanter wissenschaftlicher Ansatz. Ich glaube ich schreibe eine Doktorarbeit darüber. Bei Fragen hilft mir bestimmt die Taxizentrale.

Noch keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar