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Schwarzgeld in Liechtenstein: Die gespielte Empörung

Leider habe ich andere Sorgen als mich damit zu beschäftigen wie ich mein Geld möglichst “steuersparend” anlegen kann. So werde ich heute wohl auch keinen Besuch der Steuerfahndung bekommen. Relativ arm zu sein hat also auch seine Vorteile.

Der (ehemalige) Vorstandschef eines DAX-Unternehmens hat nun andere Probleme. Die Kamerateams waren schon da als dessen Villa leergeräumt wurde. Zufälle gibt es…

Bleibt zu hoffen, dass an den Vorwürfen etwas dran ist, sonst wäre ein Unschuldiger öffentlich hingerichtet und beruflich vernichtet worden. Die anderen – vermeintlich kleineren – Fische werden seit Donnerstag damit beschäftigt gewesen sein, belastendes Material wegzuschaffen. Wo jetzt noch nicht durchsucht wurde, braucht man eigentlich nicht mehr hin. So bleibt den Fahndern zwar das Material, das sie für teures Geld gekauft haben und bereits besitzen. Ob der mutmaßliche Steuerflüchtling aber bei fünf anderen Banken im Ausland ebenfalls dem Finanzamt unbekannte Konten unterhält, ließe sich nur bei einer überraschenden Durchsuchung klären. Wer Dreck am Stecken hat, weiß dies und dürfte seine privaten Unterlagen dem drohenden Zugriff der Fahnder inzwischen längst entzogen haben.

Mir stellt sich die Frage, ob jeder, der sich jetzt über die “Großen” empört, selbst steuerehrlich ist. Wer im Kleinen bei den Fahrten zur Arbeitsstelle großzügig drei oder vier Kilometer mehr angibt als tatsächlich gefahren, braucht sich nicht zu wundern, wenn der “Große” im Rahmen seiner Möglichkeiten ebenfalls betrügt. Das eigene Verhalten rechtfertigen die Betroffenen am Stammtisch damit, dass “es” andere ja auch tun. Dort gelten sie eher als “clever”, wenn sie ein wenig bescheißen. Hierin sehe ich das eigentliche Problem. Die Unehrlichkeit betrifft im Bereich der Steuern einen relativ breiten Teil der Gesellschaft. Da wundert es nicht, dass auch alle Schichten davon betroffen sind.

Gut, dass ich nicht so viel verdiene. Da kommt man erst gar nicht in Versuchung.

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