Rauchverbot in Kneipen: In Spanien geht es anders
Eines gleich vorneweg: Ich bin Nichtraucher und möchte nicht vollgequalmt werden.
Aber: Dass in Deutschland der Glaube, der Staat könne alles zum Besseren verändern, weit verbreitet ist, weiß ich schon länger. So hat ein Bundesland nach dem anderen ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen eingeführt. Zu den „öffentlichen Räumen“ zählen danach auch Kneipen. Für staatlich betriebene Kneipen könnte ich eine solche Argumentation noch nachvollziehen. Staatlich betriebene Kneipen dürfte es in Deutschland aber eher weniger geben. Bei privat betriebenen Kneipen (das dürfte der Normalfall sein), vermag ich hingegen keine öffentlichen Räume zu erkennen. Schließlich ist es mir freigestellt, ob ich solche Einrichtungen besuchen möchte oder eben nicht.
Wenn der Staat meint, seine Bürger schützen zu müssen, fallen mir gleich noch weitere Dinge aus meinem Leben ein, deren Umsetzung aber verrückt wäre:
Wer kann mich davor schützen, dass ich als Übergewichtiger im Supermarkt der Versuchung erliege, mir eine Packung Kartoffelchips oder eine Tafel Schokolade zu kaufen (oder auch zwei oder drei)? Warum nicht gleich ein Chips- und Schokoverbot? Im Übermaß genossen ist das Zeug nicht gerade gesundheitsfördernd.
Im Sommer ist es mitunter heiß. Die wenigsten Wohnungen und Häuser in Deutschland haben eine Klimaanlage. Was liegt also näher als im Sommer nachts im Schlafzimmer das Fenster zu öffnen? Schlecht wenn da die Nachbarn auf der Terrasse sitzen und grillen. Das stinkt zum Himmel und Feinstaub (gerade eines der beliebtesten Themen in unserem schönen Deutschland) dürfte dabei auch noch anfallen. Ein Grillverbot könnte da viel Gutes bewirken.
Womöglich gönnen sich meine Nachbarn auf der Terrasse dann auch noch eine Flasche Wein oder das ein oder andere Bier. Das Problem, dass die Lautstärke meiner Nachbarn dadurch nicht geringer wird, ließe sich effektiv durch ein Alkoholverbot lösen.
Ich meine weder Schoko-, Grill- noch Alkoholverbot ernst. Wo Menschen zusammen leben, entstehen Belastungen. Auch bin ich mir bewusst, dass ich von der Schokolade und den Kartoffelchips nicht dünner werde. Der Staat braucht mich davor nicht zu schützen. Ebenso wenig muss er mich vor Rauchern in der Kneipe schützen. Wenn ich nicht vollgequalmt werden wollte, musste ich auch bislang schon nicht in eine Gaststätte gehen, wo geraucht werden darf. Was wollen wir in Deutschland noch alles reglementieren?
Das einzige vernünftige Argument für das Rauchverbot ist für mich der Schutz der Angestellten der Gaststätte. Das Problem ist dabei nur, dass dann diverse andere Berufe, die zu gesundheitlichen Schädigungen führen können, ebenfalls verboten werden müssten.
Dass es auch anders geht, sieht man in Spanien. Dort schreiben kleine Gaststätten einfach am Eingang, ob bei ihnen geraucht werden darf oder nicht. Ich bin in die Kneipe, von der das Bild stammt, nicht hineingegangen.

In diesem spanischen Lokal ist Rauchen erlaubt